Konzeption
Ausgangslage
Im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, im Südwesten von Baden-Württemberg, leben 250.000 Menschen. Charakteristisch für die Wirtschaftsregion südlicher Oberrhein, der der Kreis angehört, sind der dominierende Dienstleistungssektor, die geringe Industriedichte und die Nähe zum angrenzenden Frankreich und zum Wirtschaftsraum Nordwestschweiz. Die Arbeitslosenquote liegt mit ca. 4% weit unter dem Bundesdurchschnitt. Die im ländlichen Raum traditionell orientierte Sozialstruktur der eingesessenen Bevölkerung sowie ausgeprägte Vorurteile und latenter Rassismus erschweren allerdings die Integration von Migrant/-Innen, so liegt beispielsweise die Quote nichtdeutscher Arbeitsloser mit 11,3% fast dreimal so hoch wie die Gesamtquote.
Zielgruppe
Auch bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen sind migrantische und/oder sozial benachteiligte Jugendliche gravierend unterrepräsentiert.
Ohne Ausbildungsplatz besuchen diese Jugendlichen eine einjährige Schulform in den Berufsschulen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald.
Gesellschaftliche Diskriminierung und Erfahrungen sozialen und fachlichen Scheiterns während dieser labilen Sozialisationsphase führen häufig zu einem negativen Selbstkonzept. Die Bewältigungsstrategien der Jugendlichen greifen vielfach auf rassistische, ethnozentristische oder fundamental-religiöse Identitätskonzepte zurück, die für die Integration dysfunktional und demokratiefeindlich sind.
Die innerliche Vorwegnahme des Scheiterns hat eine niedrige Berufsmotivation zur Folge. Die Jugendlichen werden von Schulen und Betrieben als sozial schwierig und nicht ausbildungsreif wahrgenommen. Die Entwicklung von Kompetenzen und Ressourcen und der Zugang zum Arbeitsmarkt sind dadurch erheblich eingeschränkt. Ihnen droht bereits an dieser Schwelle des Übergangs von Schule in den Beruf der Beginn einer dauerhaften Desintegration.
Qualifizierung & Weiterbildung
Mittels sozialem Lernen und politischer Bildungarbeit einerseits und je teilweise durch Begleitung bei Praktikas oder Werk- und Medienpädagogik andererseits sollen deren soziale Kompetenzen befördert und deren meist negatives Selbstkonzept abgebaut werden. Gerade diese – überproportional migrantischen – Jugendlichen haben zudem wenig Chancen über etablierte soziale Netzwerke an Praktikas und damit an Ausbildungsplätze zu gelangen. Deswegen sollen über die Praktikumsbetreuung hinaus Betriebe gewonnen werden, die sich besonders für die Integration benachteiligter Jugendliche positionieren und dauerhaft Praktikumsplätze für diese Jugendlichen zur Verfügung stellen.
Parallel dazu werden Lehrer/-innen zu den Themen Diskriminierung, Rassismus, Rechtsextremismus sensibilisiert und inhaltlich weitergebildet.
Nachhaltigkeit
Über die Laufzeit von drei Jahren sollen diese Themen somit an den beteiligten Schulen und in Betrieben nachhaltig verankert werden. Dieses Maßnahmenbündel zielt auf die Beförderung der sozialen wie beruflichen Integration benachteiligter Jugendlicher im ländlichen Raum.
Anhang:
- Erste Informationen Xenos "Vielfalt bewegt!"
Flyer mit Informationen zum Projekt zum Herunterladen und Ausdrucken.








